Burghardt Backstage Blackout - War die Strafe verhältnismäßig ? | Body-Xtreme 

Montag, 03 10 2016

Burghardt Backstage Blackout - War die Strafe verhältnismäßig ?

Disqualifikation nach Taschendiebstahl

Adolf Burghardt, der zur Zeit vielleicht vielversprechenste deutsche Juniorathlet, gewann ursprünglich am Samstag im Männer-Superschwergewicht beim EVLs Prague Showdown die Goldmedaille und sollte später im Gesamtsiegerstechen die Chance auf die Pro Card erhalten.

Dazu kam es jedoch nicht, da er vor dem sog. Superfinals disqualifiziert wurde. Für Ihn zog der Zweitplatzierte seiner Klasse Pavel Beran ein, gewann und darf sich nun anstatt Adolf IFBB Pro nennen.

Was passierte zwischen Klassensieg und Gesamtsiegerstechen?

Adolf Burghardt beschreibt es selbst wie folgt:

"Im Anschluss an das Finale meiner Klasse, die ich ja bekanntlich gewonnen hatte, brauchte ich einfach frische Luft, um das gerade Geschehene zu verarbeiten. Also ging ich mit meiner Freundin nach draußen vor die Halle. Dort fiel mir nach kurzer Zeit eine herrenlose Tasche auf, für die sich scheinbar niemand interessierte. Ich kann immer noch nicht beschreiben, was mich in diesem Moment geritten hat, aber ich habe die Tasche an mich genommen und sie in unser Auto gebracht. Kurzum: Ich habe die Tasche entwendet." Seine volle Erklärung hier.

Nach seiner Schilderung klaute er also eine Tasche außerhalb der Halle. Wem die Tasche gehörte und was sich darin befand, ließ er offen. Trotzdem ist die Frage, ob ein solcher Vorgang Konquenzen hinsichtlich dem Ergebnis nach sich ziehen sollte. Angeblich wurde der Vorfall auch per Videoaufzeichnung dokumentiert.

Klar ist, dass der Amateurwettkampf zu dem Zeitpunkt beendet war, mit Ausnahme der insgesamt 12 Starter in den drei Gesamtsiegerstechen (Männer-Bodybuilding, Mens Physique, Bikini).

Uns sind des öfteren Diebstahldelikte auf Wettkämpfen bekannt geworden, was für die Opfer oftmals sehr schlimme Konsequenzen hat. Handelt es sich um einen Wettkampf im Ausland und sind dabei zb. Pässe abhanden bekommen, kann sogar die Rückreise erheblich erschwert werden.

Da es sich um eine Diebstahl außerhalb der Halle laut Schilderung von Adolf gehandelt haben soll, ist allerdings unklar, ob er tatsächlich einen Athleten bestohlen hatte.

Natürlich ist ein Diebstahl moralisch verwerflich und wir distanzieren uns ausdrücklich von solchen Handlungen. Trotzdem muss man sich fragen, ob hier die Strafe verhältnismäßig zum Vergehen war und ob die Wettkampforga überhaupt hätte handeln sollen oder ob man den Vorfall samt Überwachungsvideo nicht an die Polizei hätte übergeben sollen.

Wenn es sich nicht um einen Vorfall mit Bezug zum Wettkampfgeschehen gehandelt hat, stellt sich die Frage, ob denn dann überhaupt IFBB Regeln missachtet wurden. Denn ein Sportverband ist nicht zuständig für das Handeln seiner Athleten außerdem seiner Veranstaltungen, natürlich mit Ausnahme vom Konsum von verbotenen Substanzen, um die es hier jedoch nicht geht.

Mit der Disqualifikation und der dadurch Abhanden gekommenen Pro Card ist die bisherige Lebensplanung von Adolf Burghardt, der auf ein Leben als IFBB Profi hingearbeitet hat, als gescheitert anzusehen. Da nicht bekannt ist, wem die Tasche gehörte und welchen Inhalt sie trug, wäre unter Umständen auch eine Strafe wie der Entzug des Preisgeldes samt Strafanzeige ausreichend gewesen.

Natürlich haben Sportler auch eine Vorbildfunktion, gerade solche, die erfolgreich sind und zu denen man aufschaut. Die Enttäuschung über sein Handeln ist daher mehr als gerechtfertigt.

Wenn jedoch moralische Maßstäbe angesetzt werden, so müssten diese dann auch stringent und nicht nur im Einzelfall angelegt werden.

Wir haben eine Umfrage gestartet und würden darin gerne von Euch wissen, wie Ihr die Verhältnismäßigkeit der Strafe von Adolf Burghardt betrachtet. Möglicherweise lässt sich dadurch auch für Veranstalter zukünftig der Umgang mit solchen Fällen ableiten. Die Umfrage läuft bis kommenden Mittwoch, den 05. Oktober 2016


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