Interview mit GNBF DM-Sieger Marcel Krause | Body-Xtreme 

Donnerstag, 05 01 2012

Interview mit GNBF DM-Sieger Marcel Krause

19-jähriger gewann Juniorenklasse der GNBF Deutschen Meisterschaft

Marcel Krause (19) kommt aus Lauchhammer und wurde vergangenen Herbst Deutscher Meister in der Juniorenklasse des GNBF.

Bereits mit 9 Jahren hatte er mit ersten Hantelübungen begonnen, absolvierte aber nebenbei auch noch Fußball, Volleyball, Basketball, Tischtennis.

Die anderen Sportarten rückten mit der Zeit mehr und mehr in den Hintergrund und nun widmet sich Marcel voll und ganz dem Eisensport.

Im letzten Jahr absolvierte er außerdem sein Abitur in Cottbus und zog anschließend nach Potsdam, um dort Sporttherapie zu studieren.

BX: Wann und aus welchem Grund hast du mit Bodybuilding angefangen?
Ich fing schon sehr früh an, jedoch würde ich das noch nicht als Bodybuilding bezeichnen, denn Bodybuilding fängt erst an dem Punkt an, an dem man weiß, was man da eigentlich anstellt (das heißt, man auf die Ernährung achtet, ordentliche Trainingspläne erstellt und für ausreichend Erholung sorgt; bereits erste Wettkampfambitionen entwickelt). Deshalb muss ich sagen, dass dieser Punkt vor etwa 3 Jahren war.
Den genauen Grund kann ich leider nicht mehr sagen, ich kann allerdings erklären, warum ich weitermachte: Mir gefiel die Komplexität dieses Sports, dass eben einfach alles stimmen muss. Und mir fiel auf, dass man den Körper mit gezielten Übungen regelrecht "modellieren" kann. Das ist, denke ich, der Grund, warum ich bis heute trainiere ? man strebt nach Perfektion.

Wie wird man Deiner Meinung nach von der übrigen Bevölkerung als Bodybuilder akzeptiert/wahrgenommen/aufgenommen?
Man bekommt schon ab und zu mal einen Spruch zu hören, aber das ist eher selten, da ich als Naturalathlet nicht so überproportional aussehe. Aber generell muss ich sagen, dass es schade ist, dass für diesen Sport so wenig Akzeptanz dar ist und er so gut wie gar nicht gefördert wird.

Was sagt deine Familie dazu?
Bei Familie und Freunden sieht es schon ganz anders aus. Sie unterstützen mich voll und ganz, was mir auch gerade bei meinem ersten Wettkampf wieder einmal bewusst wurde. Meine Freundin ist während des Wettkampfs nicht von meiner Seite gewichen und auch meine Eltern haben den langen Weg auf sich genommen, um mich kämpfen zu sehe. In meinem Freundeskreis kam es sogar dazu, dass ich einige für das Bodybuilding begeistern konnte und sie seitdem konsequent trainieren.

Warum hast du dich für den GNBF entschieden und wie bist du dazu gekommen?
Ich habe für mich die Entscheidung getroffen "natural" zu bleiben. Unter dieser Voraussetzung hatte ich ursprünglich vor beim NAC zu starten, jedoch wusste ich nicht, ob ich dort bestehen könnte. Über Freunde erfuhr ich vom GNBF und entschloss dort an den Start zu gehen.

Wann war dein erster Wettkampf und welche Erinnungen hast du daran?
Beim GNBF bestritt ich meinen ersten Wettkampf und konnte auf Anhieb die Juniorenklasse gewinnen. Vom Wettkampf an sich habe ich viele positive Eindrücke in Erinnerung. Mir gefiel die angenehme Atmosphäre und die Freundlichkeit der Athleten (wenn auch Konkurrenten). Das einzig Negative war die lange Anreise und der Zeitaufwand für Lügendetektortest usw., aber das war nötig um Fairness zu gewährleisten.

Wo soll es für dich im Bodybuilding noch hingehen, welche Pläne verfolgst du?
Ich werde mich in der nächsten Zeit erst einmal auf das Studium konzentrieren und natürlich weitertrainieren, um meinen nächsten Wettkampf mit verbesserter Bein- und Brustmuskulatur in 2 Jahren zu bestreiten. Ich will einfach, dass alles stimmt beim nächsten Wettkampf und das schaffe ich nicht in einem Jahr.

Wie trainierst du? Trainingsstil/Häufigkeit etc.
Generell trainiere ich nach einem 4er-Split und dem Prioritätsprinzip. Das heißt, dass ich meine schwächeren Körperpartien zu Anfang des Workouts in die Mangel nehme. Für große Muskelgruppen absolviere ich 4-5 Übungen ? 3-5 Sätze, für kleinere 3-4 Übungen ? 3-4 Sätze. Grundsätzlich bleibe ich im Wiederholungsbereich von 6-10Wh in der Masse- und 10-15Wh in der Definitionsphase. Pausen variieren zwischen 1 bis 3 min. Als Intensitätsmethoden verwende ich persönlich gern: Pausensätze, Reduktionssätze, erzwungene Wiederholungen oder exzentrisches Training. Sonst versuche ich das ganze Jahr über Cardioeinheiten in Form von Schwimmen, Laufen, Rad fahren etc. zu absolvieren, wobei der Umfang des Cardiotrainings zum Wettkampf hin zunimmt.

Welche Supplemente verwendest du?
Ich nehme über das ganze Jahr verschiedene Proteinpräparate, um den erhöhten Eiweißbedarf zu decken. Sonst greife ich noch zu Arginin, Beta Alanin, Kreatin und Koffein als Trainingsbooster, um die Leistung während des Trainings etwas hochzuschrauben. Zusätzlich versuche ich mich möglichst gesund und ausgewogen zu ernähren.

Hast du Vorbilder?
Meine Vorbilder sind ganz klar Arnold Schwarzenegger, Frank Zane, Mike Mentzer und viele andere Bodybuilder der Goldenen Ära. Alles Bodybuilder, die noch durch ihre Proportionen und Ästhetik bestachen und nicht nur durch bloße, schwerfällige Muskelmasse. Es ist meiner Meinung nach schade, dass sich das heutige Bodybuilding immer weiter von den alten Idealen entfernt.

Dein Lieblings-Off-Season-Gericht?
Ganz klar im Burger-Restaurant um die Ecke: Ein Triple-Cheese-Burger mit Pommes und Ketchup.

Deine schwächste/beste Körperpartie?
Meine schwächeren Körperpartien sind Beine und Brust, was vermutlich daran liegt, dass ich Beine erst seit knapp 1,5 Jahren trainiere und die Brust nicht richtig bei der Arbeit fühlen kann. Meine Stärken sind Arme und Schultern. Deshalb habe ich mir vorgenommen das Training dahingehend zu gestalten, dass ich den Fokus vor allem auf meine Schwächen lege und die bestehende Muskelmasse in meinen starken Körperpartien erhalten bzw. noch ein wenig ausbauen will.

Zum Schluss möchte ich mich noch bei allen bedanken, die mich die ganze Zeit unterstützt haben. Dazu zählen: meine Freundin, Eltern, mein Betreuer Frank Kaerger, Ronny Bunge, mein Trainingspartner Danilo Rauprich, meine Freunde und viele andere.
Sport frei!


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