GNBF Dopingdebakel - Leon Schmahl und Arndt Neide erhalten Titel zurück | Body-Xtreme 

Donnerstag, 09 01 2014

GNBF Dopingdebakel - Leon Schmahl und Arndt Neide erhalten Titel zurück

'Dopingvorwurf gegen Leon Schmahl und Arndt Neide nicht haltbar'

Der GNBF hatte im Rahmen seiner GNBF Deutschen Meisterschaft mutmaßlich zwei Athleten - Arndt Neide und den Gesamtsieger Leon Schmahl - des Dopings anhand der Haarprobe überführt. Beide wurden aus der offiziellen Wertung gestrichen.

Darüber hinaus brach ein Shitstorm auf Facebook los, der die beiden Athleten dazu bewog, Ihre Facebookprofile zu löschen. Wir berichteten im Rahmen unserer HARD BODY RADIO Sendung - Übernatürliche Vorkommnisse im natürlichen Bodybuildingverband.

Beide Athleten beteuerten Ihre Unschuld und stellten sich dabei auch schonungslos unseren Fragen im Interview. Der GNBF verzichtete auf Annahme unserer Intervieweinladung, auch ein offizielles Statement, dass den Sachverhalt aufklären könnte, ließ zunächst auf sich warten.

Stattdessen versuchte der GNBF durch eine anwaltliche Abmahnung eine Vielzahl von Passagen unserer Sendungen zu unterbinden.

Wir hielten weiter an der Story fest, ließen die Abmahnung zurückweisen und erfahren nun endlich Aufklärung durch ein Statement der GNBF.

'Dopingvorwurf gegen Leon Schmahl und Arndt Neide nicht haltbar'

Der GNBF ließ verlautbaren, dass die Dopingtests hinsichtlich der Haarprobe nicht ordnungsgemäß verliefen und hebt den Dopingvorwurf auf.

"Die den Herren Schmahl und Neide bisher zugeschriebenen Dopingtestergebnisse waren ausschließlich auf diese Haarprobenuntersuchungen gestützt; die Urin- und Blutproben waren negativ.", so der GNBF e.V. in seinem Statement.

Damit erhalten beide Ihre Titel zurück.

Nachdem Leon Schmahl und Arndt Neide anwaltlich gegenüber dem GNBF auftraten, hatte sich nun herausgestellt, "dass die Zeitspanne zwischen der Absendung der bei dieser Veranstaltung entnommenen, unversiegelten Haarproben durch den GNBF e.V. und dem Eingang der Haarproben bei dem Labor so groß ist, dass eine Verfälschung und/oder Manipulation der dabei ermittelten Ergebnisse durch Dritte möglich ist.", so der GNBF e.V. weiter.

Die mit dem Dopingvorwurf des GNBF erfahrenen Beeinträchtigungen und Belastungen für die Athleten bedauert man von dortiger Seite ausdrücklich. Gleichzeitig wurde verlautbart, dass Arndt Neide und Leon Schmahl auf eigenen Wunsch die GNBF e.V. mittlerweile verlassen haben. "Sie wollen und werden nicht mehr an Wettkämpfen des GNBF e.V. teilnehmen.", so das GNBF Statement.

Das GNBF Krisenmanagement

Auf der einen Seite muss man dem GNBF zu Gute halten, dass er den Athleten nun, bei Einräumung von Fehlern, vollständige Rehabilitation gewährt hat. Außerdem hat man die eigenen Test hinterfragt und den umstrittenen Lügendetektortest abgeschafft. Bei der nächsten Deutschen Meisterschaft will man sich auf die Verfahren Haaranalyse, Blutanalyse, Urinanalyse und einer Limitierung nach dem Fettfreie-Masse-Index (FFMI) verlassen.

Auf der anderen Seite werden die Athleten irgendwie den Vorwurf möglicherweise nicht gänzlich loswerden können.

Der Test der Athleten war nämlich nicht negativ, ebenso wurde keine Möglichkeit eines zweiten "Entlastungstest" wahrgenommen. Der Test war fehlerhaft durchgeführt und dadurch unverwertbar.

Auch hat der GNBF sehr lange mit einem eigenen Statement gewartet, vielleicht zu lange, um sich und die Athleten unbeschadet aus der Situation zu entlassen.

Auch der Umgang mit den Athleten, denen man freitags vom positiven (nun revidierten) Testergebnis berichtet und die Veröffentlichung der neuen Ergebnisse für den folgenden Montag ankündigt, wäre möglichweise zu überdenken gewesen.

Da zwischen dem GNBF und den Athleten Verhandlungen im Nachhinein über deren Anwälte stattfanden, wäre es möglicherweise sinnvoller gewesen, diese Verhandlungen der Veröffentlichung der Ergebnisse vorzuziehen.

So hätte zunächst wahrscheinlich niemand vom Dopingvorwurf erfahren und keinem der Beteiligten wäre irgendeine negative Öffentlichkeitswirkung widerfahren.

„Wir haben ein Package von 4 Testverfahren, dass die optimale Sicherheit bietet, dass alle unsere Athleten „drugfree“ sind.“

so die Aussage GNBF-Präsident Berend Breitenstein damals. Da die Haarprobe unwirksam war, trifft die Aussage nun zumindest im Hinblick auf die 10. GNBF Deutsche Meisterschaft nicht mehr zu.

Das Statement hinsichtlich des Haarprobentest, "dass eine Verfälschung und/oder Manipulation der dabei ermittelten Ergebnisse durch Dritte möglich ist" ist alamierend. Es mag auch zeigen, dass die Tests nicht WADA-konform sind und setzt unser eigenes Statement zu Beginn der Berichterstattung in ein gänzlich anderes Licht.

"Und wenn man selbst natural ist, kann man dann evt. plötzlich nicht doch an den Pranger gestellt werden, weil eine "homöophatische Menge" eines Stoffs vor Monaten, zb. im Hustensaft eingenommen hat? (auch der beschuldigte Leon Schmahl beteuert nach wie vor seine Unschuld)", so unsere damalige Veröffentlichung.

Genau diese Aussage sollten wir aber unter anderem nach Abmahnung durch den GNBF unterlassen. Es stellt sich durch das eigene Statement des GNBF nun heraus, dass die damalige Aussage mangels Verbreitung nachweislicher Unwahrheit keinen Unterlassungsanspruch begründet. Die Aussage war vollkommen legitim, weil die identische Situation nun den besagten Athleten zu Teil wurde.

Die Frage muss erlaubt sein, ob auch der Urintest, bei dem 20% der Teilnehmer getesten wurden, sowie der Bluttest einer kritischen Hinterfragungen, wie durch die Anwaltskanzlei von der Arndt Neide und Leon Schmahl im Falle der Haarprobe, tatsächlich stand gehalten hätten.

Am Ende bleibt zumindest ein Fazit:
Es scheint lohnenswert, nötigenfalls anwaltlich, für die eigene Rehabilitierung gegenüber dem GNBF zu kämpfen.


Stichworte in diesem Artikel

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