Felix Decker - Mein Weg zum Mr. Universe - Teil 2 | Body-Xtreme 

Dienstag, 07 12 2010

Felix Decker - Mein Weg zum Mr. Universe - Teil 2

Der Wettkampftag

Felix Decker gewann die Mr. Universe Wahl der NAC in Norderstedt in der M?nnerklasse 1 ?ber 1,79m. Auf Body-Xtreme erkl?rt er, wie die letzten Tage vor seinem Wettkampf aussahen und wie er seinen Wettkampf erlebt hat.

Der Artikel ist in 3 Teile aufgeteilt:
Die letzten Tage vor dem Wettkampf
Der Wettkampftag - Die Vorwahl
Das Finale und "Mein 'One Moment in Time'"

Mein Weg zum Mr. Universe

Der Wettkampftag:
Gegen 7Uhr standen Biana und ich auf .Mein erster kritischer Blick ging nat?rlich Richtung Spiegel. Ich war von Kopf bis Fu? mit Adern ?bers?ht, hatte aber nach wie vor Zweifel an meiner Form.

Gl?cklicherweise hatte ich seit der Autofahrt gestern Abend keine Kr?mpfe mehr. Ich lockerte immer zwischendurch meine Beine und dehnte sie um dem vorzubeugen. Gegen 8Uhr gingen wir Fr?hst?cken. Dort sah man bereits diverse Athleten aus unterschiedlichen L?ndern sitzen. Ich versuchte schon mal abzusch?tzen wer denn in meiner Klasse sein k?nnte. Aber noch sah ich niemanden von meiner Gr??e.

Ich a? 2Semmeln mit Marmelade und trank ne Tasse Kaffe dazu. Mehr sollte es bis kurz vor der B?hne nicht mehr zu trinken geben. Dann betraten einige tschechische Athleten den Fr?hst?ckssaal. Einer davon war locker einen Kopf gr??er als ich. Sein Oberarm war rie?ig und ich wusste sofort, dass er in meiner Klasse sein w?rde. Ich konnte nur hoffen, dass der Rest nicht auch so aussah...!

Anschlie?end packten wir unsere Sachen zusammen und fuhren zur Halle. Als ich die T?r betrat war ich hin und weg. "Was f?r eine geile Lokation." Ich habe in den vergangenen Jahren an diversen Meisterschaften teilgenommen. Aber das war vom Gesamten her einfach die Beste. Der Eingangsbereich mit unterschiedlichen Ausstellern, der Athletenbereich, der Backstagebereich, die Halle, die Organisation...einfach alles perfekt. Von meiner Seite keinerlei Verbesserung m?glich.

Jetzt hie? es erst mal einen Platz zum hinlegen suchen. Dann legte ich erst mal die Beine hoch. Kurz darauf bekam ich Gesellschaft von Kiro Feldmann, der sich links neben mich legte. Wenig sp?ter folgten zu meiner Rechten noch Silvia Hahn und daneben Sabine Knieriemen.

Bald darauf ging p?nktlich der Wettkampf los. Da ich als letzte Klasse dran war, konnte ich mich noch ausruhen. Zwischendurch a? ich immer mal ein paar Riegel oder Reiswaffeln und beobachtete die vielen beeindruckenden K?rper, die sich in dem riesigen Backstagebereich auf Ihre Auftritte vorbereiteten.

Stunden sp?ter war es dann langsam soweit. Als die M?nnerklasse 3 an der Reihe war, fingen wir mit dem einschmieren an. Ich zog mich aus und bekam von vielen gesagt, dass ich in der Form meines Lebens sei. Ich war mir da nicht so sicher. Sagen k?nnen sie viel, dachte ich mir.

Mit einer Schicht Dream Tan auf der Haut machte ich noch einige Posen vorm Spiegel und war erstmals etwas ?berzeugter von mir. Was der Spiegel zeigte, sah eigentlich ganz ok aus.

Etwa 10min vor Beginn wurden wir dann hinter die B?hne gerufen. Es war inzwischen gegen 17Uhr. Ich trank schluckweise etwa 200ml Carbo und nahm ne Arginin Ampulle dazu. Dann begann ich mich aufzuw?rmen. Mit jeder Minute dr?ckten sich mehr Adern durch die d?nne Haut und ich war soweit zufrieden. Allerdings waren viele beeindruckende K?rper um mich rum. Irgendwie sahen die alle so massiv aus...! Ob ich da ne Chance hab?

Die Vorwahl: Es war soweit: Alle Body 1 Athleten reihten sich in eine lange Schlange ein und dann gings raus ins Scheinwerferlicht. Da die rund 20 Athleten nicht alle in eine Reihe passten mussten sich jeweils die ?u?eren 5-6 Mann links und rechts der B?hne schr?g mit Blick zu den Kampfrichtern drehen. Dann begann das Gerangel um die beste Position. Keiner wollte auch nur einen cm nachgeben. St?ndig wurden wir von den Personal auf der B?hne wieder hinter die Linie geschickt.

Der erste Eindruck ist einfach wahnsinnig wichtig. Gerade in einem so gro?en Feld musste ich versuchen, auf mich aufmerksam zu machen. Ich spannte so fest an wie ich konnte. Dr?ckte mich nach vorn. Spielte mit meiner Beinmuskulatur. Dann folgten die Vierteldrehungen. Anschlie?end wurde durchgewechselt und erneut alle Vierteldrehungen durchgef?hrt.

Zur?ck auf den urspr?nglichen Platz wurden nun der Reihe nach F?nfergruppen nach vorn zum Vergleich geholt. In meinem ersten Vergleich gab ich bereits alles und versuchte einen Bestm?glichen Eindruck zu hinterlassen. Dann hie? es wieder zur?ck zum B?hnenrand zu gehen und die weiteren F?nfervergleiche abzuwarten. Ich holte tief Luft, hielt aber auch im Hintergrund die Spannung...vielleicht ein Fehler, da dies zus?tzlich Energie kostete.

Nun waren alle Gruppen durch und es ging zu den Einzelvergleichen. Ich dachte mir nur: ?Hoffentlich bin ich im ersten Vergleich, bitte bitte!? Und tats?chlich...number 256 to the front please...meine Nummer...JA!

Ich versuchte wieder alles zu geben. Zwischendurch h?rte ich immer Biancas Stimme, die mir zurief, was ich anspannen sollte. Nach der letzten Pose durfte ich wieder zum B?hnenhintergrund und hatte eine Verschnaufpause n?tig. Aber daraus wurde nichts. Auch im n?chsten Vergleich musste ich wieder vor. Bis dahin f?hlte ich mich noch ganz gut. Am Ende der acht Posen fiel mir das Luft holen langsam etwas schwer. Im Hintergrund der B?hne angekommen, stemmte ich erst mal meine Arme in die H?fte und holte tief Luft. Dazu hatte ich genau einen Vergleich lang Zeit. Denn danach hie? es vor zum 4. Vergleich.

Inzwischen hatte ich leichte Schwindelanf?lle und der Schwei? begann an mir runterzulaufen. Ich bekam von Pose zu Pose weniger Luft und mein Herz schlug wie wild. Aber irgendwie bekam ich den Vergleich zu Ende. Schwerf?llig tapste ich zum Hintergrund. Nun war es soweit, dass ich einfach nicht mehr mit dem Oberk?rper oben bleiben konnte. Ich st?tzte mich auf die Oberschenkel und hoffte irgendwie wieder Energie zu sch?pfen. Ich wusste, ich war im Rennen um nen Finalplatz dabei. Nur nicht schlapp machen!

Ich hoffte nicht mehr zu nem Vergleich nach vorn zu m?ssen. Inzwischen drehte sich schon alles und ich wollte mich eigentlich nur noch auf den Boden fallen lassen. Aber 5min sp?ter hie? es wieder number 256 to the front. Mit wackligen Beinen, schwer atmend schritt ich nach vorn. Der 5. Vergleich war eine einzige Qual. Ich bekam eigentlich alles nur noch im Unterbewusstsein mit. Aber ich stand noch aufrecht und zog alle Posen einigerma?en durch. Das wars jetzt, dachte ich mir. Nichts geht mehr.

Dann rief der Sprecher zum final Call Out. Oh nein, wieder meine Nummer. Wie sollte ich das schaffen!?! Egal, wenn ich aufgebe, w?rde ich das ein Leben lang bereuen. Also nach vorn, irgendwie die Posen durchziehen und stehen bleiben. Bauch, Beine dann Most Muscular und vorbei. Endlich alle Athleten nach vorn. Die Vorwahl war beendet. V?llig erledigt ging ich von der B?hne. Bianca, die sah wies um mich auf der B?hne stand, kam Backstage gerannt und half mir mich zu meinem Platz zu schleppen und auf das Handtuch zu legen. Ich bekam kaum mehr Luft, mein gesamter Brustkorb und die Lunge brannte, mein Herz pochte wie wild.

Bianca fechelte mir Luft zu w?hrend ich schnaufend da lag. Etwa 10min lag ich da und erst jetzt wurde ich langsam wieder klar im Kopf. Nach 15min stand ich dann langsam auf und zog mich an. Nachdem ich ein belegtes Br?tchen gegessen hatte (um etwas Salz zuzuf?hren),ein paar kleine Schlucke getrunken und 2Kreislauftabletten genommen hatte, f?hlte ich mich langsam wieder besser. Die Vorwahl war wohl gut gelaufen. Bianca meinte ich m?sste mindestens 4. werden, eigentlich k?nnte ich ganz vorn landen. Aber nach diversen Fehlplatzierungen, die ich die letzten Jahre erlebt hatte, wusste ich, dass es immer anders kommen kann. Auf jeden Fall sollte ich aber im Finale sein, hoffte ich zumindest.

Weiter zu Teil 3

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